Mein total verdrehtes Weihnachtsfest

 

 

Hallo, ich bin Lena und heute will ich euch mal erzählen, was mir letztes

Jahr zu Weihnachten passiert ist. Es war der erste Advent und mein

Tag ging echt super los. Mein dämlicher Zwillingsbruder Jakob hatte

mir Pfeffer auf meine Zahnbürste gestreut. Leider habe ich es erst

dann bemerkt, als es schon zu spät war. Hustend stand ich im Bad und

versuchte den ekligen, scharfen Geschmack los zu werden. Jakob stand

lachend an der Tür, als ich meinen Mund wild mit Wasser ausspülte.

Mann, war das scharf! Aber das lies ich ganz sicher nicht auf mir

sitzen! Der konnte sich auf meine Rache gefasst machen! Und mir kamen

da schon ein paar Ideen. Am Frühstückstisch saßen wir schließlich

alle zusammen: Mama, Papa, Jakob und ich. Auf dem Tisch stand unser

Adventskranz. Eine Kerze brannte, wie es sich gehört. „Kann

ich heute mit Julia in die Stadt gehen ? Wir müssen noch Geschenke

besorgen und heute ist doch Verkaufsoffener Sonntag.“, fragte ich

in die Runde. Mama schaute von ihrem Kreuzworträtsel auf, dass sie

gerade bearbeitete und meinte: „Von mir aus, aber nicht so lange.

Du weißt ja, es wird sehr früh dunkel und ich will nicht, dass du

dann noch draußen herumläufst.“ „Ja ja, ich bin rechtzeitig

wieder da, versprochen“, erwiderte ich. Jakob verzog das Gesicht.

„Also echt, ich kapier wirklich nicht, wie man freiwillig in die

Stadt einkaufen fahren kann.“ „Tja, dein Pech. Ich gammle

wenigstens nicht den ganzen lieben Tag in meinem Zimmer herum und

zocke Videospiele!“, zickte ich ihn an. Jakob machte den Mund auf,

um mir eine wohl nicht sehr freundliche Antwort zu geben, aber Papa

griff genervt ein. „Hört doch endlich auf! Sogar heute müsst ihr

ununterbrochen streiten! Jetzt entschuldigt ihr euch und lasst euch

dann einfach in Ruhe, okay?“ „ Aber er hat doch angefangen!“,

murrte ich. „Schluss jetzt! Keine Diskussion!“, herrschte mein

Vater mich an. Normalerweise war mein Dad ja nicht so drauf, aber

momentan hatte er, glaube ich, viel Stress auf der Arbeit. Da konnte

er unser Gestreite am Morgen wohl nicht vertragen. Also stieg ich brav von meinem Stuhl

auf und schlurfte zu Jakob hinüber. Ich streckte ihm meine Hand hin

und murmelte „Sorry“. Auch er nuschelte „Sorry“ und mein

Vater war jetzt hoffentlich zufrieden. Zumindest sagte er nichts

mehr. In den nächsten Tagen hatte ich kaum noch Zeit, mich mit Jakob

zu Streiten. Die Schule machte ganz schön Druck. Erst ein Referat in

Geschichte, dann eine Mathe HÜ

und eine Klassenarbeit in Englisch! Ich stöhnte. Die Lehrer kannten

doch echt kein Erbarmen und das kurz vor Weihnachten! Das Telefon

klingelte. „Endlich!“, rief ich. Es war meine große Schwester

Mareike, die, nach einer gefühlte Ewigkeit, endlich wieder anrief.

Mareike ist schon Erwachsen und wohnt in Tunesien, da sie dort eine

gute Arbeitsstelle gefunden hatte. Wir vermissten sie zu Hause sehr

und sie uns hoffentlich auch. „Hi!“, brüllte ich in den Hörer.

Ich musste ein wenig auf eine Antwort warten, aber schließlich sagte

auch Mareike „Hallo“. Es klang aber weitaus nicht so begeistert,

wie ich es erwartet hatte, schließlich hatten wir uns schon ungefähr

ein halbes Jahr nicht gesehen! „Ist was passiert?“, fragte ich

misstrauisch. „Nein, alles in Ordnung“, wich Mareike meiner Frage

aus. „Ich müsste nur mal kurz mit Mum sprechen. Ist sie zu Hause?“

„Klar“, antwortete ich stirnrunzelnd, „Sie ist in der Küche.

Warte kurz, ich gebe sie dir.“ „Klasse“, meinte Mareike. Ich

sprang mit dem Telefon in der Hand die Treppen runter. Dabei rannte

ich fast Jakob über den Haufen, der gerade mit einem Glas Limonade

die Treppen hoch laufen wollte. „ Ey!“, brüllte er mir

hinterher. Offensichtlich hatte er sich die Limonade über sein

T-shirt gekippt. „Sorry!“, rief ich. In der Küche übergab ich

meiner Mutter das Telefon. „Es ist Mareike“, sagte ich. Mama

nickte nur und legte sich den Hörer ans Ohr. Währenddessen

verschwand ich wieder in mein Zimmer. Am Abend fand eine

Familiensitzung statt. Mum hatte sie einberufen und erzählte uns nun

etwas, dass meine ganze Stimmung auf Weihnachten auf den Nullpunkt

brachte. „Wie ihr wisst, wollte Mareike an Weihnachten zu uns

kommen, aber...“ „Wieso WOLLTE?“, fiel ich ihr ins Wort. Meine

Mutter wollte die ganze Sache wohl so schonend wie möglich

überbringen, ich jedoch wollte gleich wissen, was los war. „Nun

..“, druckste Mum, „Mareike bekommt über Weihnachten nicht frei,

da eine ihrer Kolleginnen krank geworden ist, dass heißt, wir werden

uns wohl dieses Jahr nicht mehr sehen.“ Da war sie, die Nachricht,

die mein ganzes Weihnachtsfest zu zerstören schien. Ich starrte

meine Mutter fassungslos an. Jakob, der bislang noch nichts dazu

gesagt hatte, schien etwas eingefallen zu sein, denn er legte endlich

sein Handy, auf dem er gerade sein Lieblingsspiel gezockt hatte,

beiseite und meinte ganz selbstverständlich: „Dann müssen wir in

den Ferien halt zu ihr fliegen, wenn sie nicht zu uns kommen kann.“

Ich stöhnte auf. Jakobs Ideen waren doch echt zu dumm! Aber zu

meiner Überraschung fanden meine Eltern die Idee großartig! Ja

wirklich, ich konnte es kaum glauben! Das Ganze war dann eine

beschlossene Sache. Wir flogen in den Weihnachtsferien nach Tunesien.

In den Tagen vor den Winterferien ließ mich mein Bruder einfach nicht

damit in Ruhe, dass wir nun Dank ihm nach Tunesien zu Mareike fliegen

werden. Das trieb mich echt zur Weißglut!

Aber endlich war der erste Ferientag. Wir mussten um 1 Uhr morgens los

fahren, brauchten dann ca. 1 Stunde bis zum Flughafen und saßen dann

auch noch eine halbe Stunde am Flughafen. Schließlich wurde unser

Flugzeug aufgerufen und wir fuhren mit einem Bus dort hin. Als wir

endlich auf unseren Plätzen saßen, begann ich mich erst richtig zu

freuen. Auf Mareike, Weihnachten, und..und..und. Mareike holte uns am

Flughafen ab. „Da seid ihr ja!“, rief Mareike lachend und kam uns

entgegen. Wir fielen uns um den Hals und ich war echt überglücklich,

sie wiederzusehen. Wir nahmen unsere Koffer vom Fließband und

folgten Mareike zu ihrem Auto. Ich konnte es kaum abwarten, mich

richtig mit ihr zu unterhalten. Ich musste ihr so viel berichten, was

in den letzten 6 Monaten alles passiert war. Mareike wohnte in einem

Haus am Stadtrand. Dort angekommen, wollte Jakob gleich das WLAN-

Passwort haben. Tja, manches wird sich eben nie ändern, egal wo wir

sind. Und nach einiger Zeit kann man darüber auch wirklich gut

lachen! Das war mein schönstes Weihnachtsfest. Die ganze Familie saß

zusammen in Mareikes Wohnzimmer auf dem Sofa und wir sangen alle

Weihnachtslieder, die uns gerade einfielen. Danach bekamen wir unsere

Geschenke. Für Mareike hatte ich einen silbernen Bilderrahmen

besorgt und ein Bild von uns hinein getan. Sie freute sich sehr

darüber: „Jetzt habe ich euch immer bei mir, auch wenn ihr wieder

in Deutschland seid!“

 

 

 

 

 

 

Ablauf der Weihnachtsgeschichte:

 

Jeden Sonntag könnt ihr euch auf ein neuer Teil der Geschichte freuen. Denn jeden Advent geht es weiter mit der Story und am 4. Advent könnt ihr die ganze Geschichte lesen.

...warum das alles? Damit mehr Spannung in der Story ist...also freut euch darauf ;)