Holdouts


Von 1939 bis 1945 wütet in Europa und im Pazifik der zweite Weltkrieg. Es ist der brutalste und verlustreichste Krieg, den die Welt bis jetzt gesehen hat. Am 8. Mai 1945 kapituliert das Deutsche Reich, am 2. September Japan. Damit ist der zweite Weltkrieg faktisch beendet. Doch vereinzelte Truppen der kaiserlich japanischen Armee bekamen von dem Ende des Krieges nichts mit oder hielten die Nachricht für Propaganda der USA und führten alleine oder in kleinen Gruppen den Kampf fort. Sogar bis vor einigen Jahren wurden noch ehemalige Soldaten in Südostasien entdeckt, die aber in der Regel über das Kriegsende informiert waren.

Diese vereinzelten Widerstandskämpfer werden Holdouts genannt. Die meisten von ihnen wurden auf den Philippinen entdeckt, da dort aufgrund der sogenannten Island Hopping- Strategie der USA, bei der (um hohe Verluste zu vermeiden) die USA zwar Insel für Insel auf Japan vorrückten, aber nicht jede eroberten, sehr viele Japanische Soldaten ausharrten, aber vom Informationsfluss abgeschnitten waren. Diese erfuhren entweder Garnichts von der japanischen Kapitulation oder hielten diese für illegitim oder gefälscht.

Die letzte organisierte Einheit Japans, bestehend aus 46 Mann unter dem Kommando von Sakae Oba, kapitulierte im Dezember 1945 auf Saipan. 1953 wurde ein japanischer Marinesoldat auf Tinian festgenommen. Im Mai 1960 wurden auf Guam zwei weitere Soldaten entdeckt, ihr dritter Kamerad wurde erst 1972 gefangengenommen. Der letzte gesicherte Holdout heißt Nakamura Teruo und wurde erst im Dezember 1974 von Indonesischen Soldaten gefasst.

Das bekannteste Beispiel für Holdouts ist allerdings der Trupp um Onoda Hirō, der auf der Philippineninsel Lubang stationiert war. Zwar erfuhren die vier Männer bereits im Oktober 1945 durch ein Flugblatt vom Kriegsende, doch sie dachten es sei Propaganda. In den folgenden Jahren plünderten sie Scheunen und töteten bis 1974 insgesamt 39 Menschen. Bereits 1951 ergab sich der erste von Onodas Männern der Phillipinischen Armee in den Jahren 1954 und 1972 wurden die andern beiden erschossen. Hirō kapitulierte erst 1974 nach formeller Aufforderung seines ehemaligen Vorgesetzten. Er wurde aufgrund der Umstände vom phillipinischen Präsidenten, Ferdinand Marcos, begnadigt und kehrte nach Japan zurück, wo er wie ein Held gefeiert wurde. Er starb 2014 mit 91 Jahren.

Niklas Gläßgen

 

Bildnachweis:

http://www.kurir.rs/poslednji-samuraj-preminuo-japanac-za-koga-je-rat-trajao-preko-30-godina-clanak-1183597