Queen - Konzertbericht


Bohemian Rhapsody, We Will Rock You, We Are The Champions…

Das sind nur drei der Welthits, welche die britische Rockband Queen quasi am laufenden Band produziert hat. Doch als der charismatische Sänger und Frontmann Freddie Mercury 1991 starb, sahen viele Fans darin das endgültige Ende der Band.

 

Lange war es still um die Rocklegenden, doch nun sind sie zurück und gerade mit dem amerikanischen Sänger Adam Lambert auf Welttournee, bei welcher sie am 13. Februar auch in Stuttgart haltgemacht haben.

Ich besuchte das Konzert und war von Anfang an überrascht über die entspannte Atmosphäre und vor allem darüber, dass in der kompletten Halle die Wellenbrecher (also die Geländer, welche die Halle normalerweise in mehrere Bereiche teilen) fehlten und wir deshalb auch gleich einen Platz direkt vor der Bühne bekamen. Ebenfalls angenehm war das völlig entspannte Publikum, was vielleicht auch daran lag, dass dieses vor allem aus Leuten um die 40 bestand. Es gab kein Gedränge, keine Moshpits oder ähnliche Dinge, die ich von den Konzerten, auf die ich normalerweise gehe, gewohnt bin – für mich eine nette und stressfreie Abwechslung.

Wie bereits erwähnt, sah ich auf dem Konzert so gut wie niemanden in meinem Alter, und ehrlich gesagt habe ich auch noch nie so viele Männer mit Halbglatze gesehen, wie auf diesem Konzert :-). Das Alter des Publikums tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Obwohl es keine Vorband gab, die dem Publikum vor dem Konzert etwas einheizte, kochte die Stimmung bereits beim Opener „One Vision“ über.

Bei „Radio Gaga“ klatschte das gesamte Publikum im Takt mit und spätestens als wenige Minuten danach der Klassiker „I Want To Break Free“ folgte, sang jeder lauthals mit und das gesamte Publikum tanzte, während Adam Lambert Töne herausschmetterte, auf die sicher so manche Sängerin neidisch wäre. Neben seiner außergewöhnlich hohen, klaren Stimme, zeigte Adam Lambert, der übrigens ehemaliger Musicaldarsteller ist, dass er auch ziemlich gut schauspielern und mit dem Publikum flirten kann – ein echter Entertainer eben.

Adam Lambert wurde 2009 Zweiter in der Castingshow „American Idol“. Viele von euch kennen sicher noch seinen Hit „Whataya Want From Me“, der in Deutschland Platz 5 der Charts erreichte.

Auch die anderen Mitglieder der Band zeigten ihre Gesangskünste: So sang der Schlagzeuger Roger Taylor beispielsweise eines meiner Lieblingslieder, „Under Pressure“, mit Adam Lambert im Duett, und der Gitarrist Brian May performte ebenfalls zwei Stücke mit seiner Akustikgitarre. Als die Fans dabei wieder laut mitsangen, war May so gerührt, dass er sich sogar eine Träne aus dem Auge wischen musste, was zeigt, was für ein sympathischer und warmherziger Mensch er ist. Überhaupt fiel mir an diesem Abend die geradezu familiäre Atmosphäre auf, mit der Queen auftraten. Es war klar erkennbar, wie wichtig ihnen ihre Fans sind und wie gern sie auch im höheren Alter noch auf der Bühne stehen. Man konnte in jeder einzelnen Sekunde erkennen, wie viel Spaß die Band an diesem Abend hatte.

Neben einem Drumbattle zwischen Taylor und dem zweiten Schlagzeuger, der übrigens dessen Sohn ist, war ein weiteres Highlight, dass immer wieder Videoaufnahmen von Freddie Mercury eingespielt wurden, sodass dieser und Adam Lambert ein paar Lieder quasi im Duett sangen.

Was ich ebenfalls toll fand war, dass Lambert von den Fans sofort akzeptiert wurde, was seiner sehr sympathischen Art und dem unglaublich guten Gesang geschuldet sein dürfte. Als Brian May fragte, was das Publikum vom „Neuen“ in der Band halte, folgten schallender Applaus und Jubelrufe, was Adam Lambert mit einem gerührten „Thank You“ kommentierte.

An diesem Abend machte er aber auch wirklich einen tollen Job. Ich finde jedenfalls, dass er es schaffte, ein würdiger Nachfolger für Mercury zu sein, ohne dessen Stil zu kopieren. Adam Lambert ist ein extrovertierter Entertainer, aber eben auf seine ganz eigene, etwas verrückte Art.

Als Zugabe spielten Queen die Hits „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“.

Die Stimmung kochte wieder einmal über und als am Ende des Konzerts Goldglitter über das Publikum regnete, verabschiedete sich die Band vom den begeisterten Fans.

 

Also ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass die Band noch lange nicht am Ende ist und dass niemand den Job des Sängers besser machen könnte als Adam Lambert.

Ich hatte mir das Konzert zwar gut vorgestellt, aber die Vorstellung, die ich zu sehen bekam, war bombastisch und auf jeden Fall mehr als sehenswert.

Queen sind nicht nur Rocklegenden, sondern auch einfach eine sehr sympathische Band, die das liebt, was sie tut, und deren Konzerte man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Laura Herges