Rise Against – Konzertbericht


Das Licht geht aus, der erste Gitarrenakkord erklingt und die Menge kocht bereits. Schon nach wenigen Takten entstehen im Publikum die ersten Moshpits und alle singen lauthals mit. Wenn Rise Against eins versteht, dann ist es, ihre Fans zu begeistern – so auch mich, als ich ihr Konzert in Frankfurt besuchte.


Bereits seit ein paar Jahren sind Rise Against auf Erfolgskurs: Die letzten beiden Alben der Band aus Chicago schossen in Deutschland sofort auf Nummer eins der Albumcharts. Da Rise Against zu meinen absoluten Lieblingsbands gehören, und ich bereits 2012 auf einem ihrer Konzerte gewesen bin und von diesem völlig begeistert war, stand für mich sofort fest, dass ich mir Karten für ihre aktuelle Tour besorgen musste. Die Tickets waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, weshalb ich nur noch einen Sitzplatz ergattern konnte, worum ich im Nachhinein aber mehr als froh war… (Mehr dazu später.)


Wer an Rise Against denkt, denkt zuerst an schnelle Rhythmen und eingängige Gitarrenriffs, aber auch an das soziale Engagement der Band, das Rise Against eben so einzigartig macht.


In ihren Texten kritisiert die Band Missstände in der Gesellschaft, Diskriminierung, Umweltprobleme und nicht zuletzt den fehlenden Respekt der Menschen gegenüber den Tieren. Alle Bandmitglieder sind Vegetarier oder Veganer, und deshalb überraschte es mich nicht, bei dem Konzert auch Merchandise-Stände von den Organisationen Peta und Sea-Shepherd neben dem Stand der Band vorzufinden.


Als ich an diesem gerade anstand, fing schon die erste Vorband an. Wir hatten ziemlich gute Plätze erwischt, von denen aus wir einen perfekten Blick auf die Bühne hatten und es war auch ganz angenehm, bei den beiden Vorbands noch sitzen zu können, bevor sich bei Rise Against alle von ihren Plätzen erhoben und mitsangen und tanzten.


Opener war das allseits beliebte „Ready To Fall“, danach wechselten sich Klassiker wie „Give It All“ und „Audience Of One“ mit Liedern vom neuen Album, wie beispielsweise der aktuellen Single „Tragedy + Time“, ab. Wie bereits erwähnt, war ich letztendlich froh, keinen Stehplatz zu haben, denn die Security hatte einfach viel zu viele Fans in den vorderen Bereich gelassen, sodass während des Konzerts ein regelrechtes Chaos entstand und einige Leute rausgezogen werden mussten. Da war mir mein Platz auf der Tribüne dann doch lieber…


Highlights waren für mich unter anderem die drei Songs, die Sänger Tim McIlrath auf seiner akustischen Gitarre spielte, was mich, obwohl ich normalerweise nicht gerade sentimental bin, tief berührt hat, sowie der Song „Chamber The Cartridge“, bei dem das gesamte Publikum mit (passend zum Bandlogo) in die Luft gereckten Fäusten „Rise!“ rief und so eine bisher ungekannte Gruppendynamik und ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelte.


Auch die Konversation mit dem Publikum kam nicht zu kurz, was ich auf anderen Konzerten schon schmerzlich vermisst habe. Sänger Tim erzählte beispielsweise, dass ein deutscher Radiosender ihren Song „Help Is On The Way“ gespielt hätte, wenn sie einverstanden gewesen wären, die Screams daraus zu entfernen – was sie dann natürlich nicht taten. Diese und weitere Anekdoten zeigten mir erneut, wie sympathisch die gesamte Band ist. Ihre Bodenständigkeit, die geniale Musik und die Message, die sie mit ihrer Musik vermitteln, machen Rise Against zu einer meiner absoluten Lieblingsbands.


Die Jungs machen keine Musik, weil sie Geld verdienen oder einfach nur Spaß haben wollen. Sie halten uns das vor Augen, was wir nicht sehen wollen. Und genau deshalb liebe ich diese Band so sehr.


 

Laura Herges