Die vier Elemente - Teil 28 und 29

Kapitel 28 - Die große Schlacht

 

Lena brüllte. Als Drache konnte sie das ziemlich gut. Sirius hatte ihr den Auftrag gegeben, aus Leibeskräften zu brüllen, damit Hank und Xenia auf sie aufmerksam wurden. Nach einer Weile wurde die Zugbrücke heruntergefahren und ein weiterer starker Kampftrupp stellte sich zusammen. Vorne standen Hank und Xenia in Rüstungen. Dicht hinter ihnen hatten sich weitere Wölfe mit Rüstungen und Minotauren in Stellung gebracht. Es schlossen sich Kobolde, Halbriesen und Trolle an. Ganz hinten standen die Urwölfe und oben in der Luft flog ein Drache in schwarz. Er sah aus wie Lena, nur dass er schwarz war und sie war weiß. Als er Lena sah, stieß er Rauch aus und auch Lena verließ den Boden und flog in die Luft. Als Drache konnte sie erstaunlich gut fliegen.

Als Hank laut heulte, begann der Kampf. Die Hirsche bäumten sich auf und die Füchse bellten. Die Phönixe, Lena und die Eisvögel stießen Flammen und Eisstrahlen in die Luft. Auch Hank, Terra, Xenia, Blitz und Sirius heulten und jagte aufeinander zu.

Bald tobte ein schrecklicher Kampf. Hufe donnerten auf Angreifer. Zähne und Krallen bohrten sich in das Fell der Gegner. Lena flog auf den schwarzen Drachen zu und dieser überraschte sie mit einem Feuerstrahl. Geschickt flog Lena um das Feuer herum und spie ebenfalls Feuer. Sie traf den anderen Drachen schwer am Oberkörper, doch so schnell gab dieser sich nicht geschlagen. Schnell erholte der Drache sich und traf nun auch Lena an ihrem linken Hinterbein.

Jetzt hatte Lena genug. Als der Drache wieder Feuer speien wollte, flog sie über ihn, drehte sich im Flug, holte tief Luft und traf den Drachen am Flügel. Lena wiederholte das und traf ihn wieder dieses mal am anderen Flügel. Der Drache stürzte zu Boden und fiel in einen Lavasee, mitten im toten Land. Erschöpft flog Lena auf den Boden und landete. Sie schüttelte sich. Die anderen verließen sich auf sie.

Inzwischen sah es düster für das Element-Rudel aus. Die meisten Zulianer, Hirsche und Füchse hatten nicht überlebt. Die Phönixe und Element-Wölfe waren geschwächt. Siegessicher lachte Hank.

„Das habt ihr nicht erwartet!“, lächelte er finster. „Und nun räche ich mich an dir Sirius“, knurrte er. Langsam ging er auf Sirius zu, der geschwächt auf dem Boden lag. Storm wollte ihn aufhalten, doch Hank drückte ihn mit seiner Pfote zu Boden.

„Verabschiede dich von deinen Freunden!“, knurrte er und hob seine Pfote, doch da kam Lena. Wenn man sie brauchte, war sie da. Mit einem kräftigen Feuerstrahl drängte sie Hank immer weiter zu dem Anfang des Lavasees.

„Es ist vorbei, Hank!“, knurrte sie und stieß ihn in den Lavasee.

„Neiiiiiiin!“, rief Xenia, die gerade mit Terra beschäftigt war und wollte Lena ebenfalls in den See stoßen, doch Lena wich aus und Xenia fiel selbst hinein. Nun flohen die Minotauren, Wölfe und die anderen bösen Fabelwesen. Hanks Festung verschwand nun Stück für Stück. Übrig blieb nur der Galgen, unter den sich Flamme gerettet hatte. Als er sein Rudel sah, stürmte er auf sie zu und umarmte sie winselnd.

„Ihr habt mir so gefehlt!“, keuchte er. Auch die anderen waren froh, ihren Freund wieder zu haben.

 

 

Kapitel 29 - Abschied

 

Auf dem Rückweg zum Portal war allen mulmig zumute. Nachdem sie sich von ihrem Team verabschiedet hatten, hatte das Element-Rudel den Rücktritt angetreten. Doch dann war ihnen eingefallen, dass Lena nicht bei ihnen bleiben konnte. Würde es nun für immer „Auf Nimmerwiedersehen“ heißen?

Nach sechs Tagen erreichten sie das Portal, das in die Menschenwelt führte. Sie durchschritten es und kletterten aus der Höhle. Die Rudelmitglieder waren  traurig.

Wieder war es Mittag und alle froren. Aus der warmen, magischen Welt kamen sie direkt in eine eiskalte Winterlandschaft. In der Wolfshöhle angekommen, schüttelten sich die Wölfe und der Schnee fiel ab. „Was machen wir denn jetzt? Lena kann nicht für immer hierbleiben“, fragte Flamme.

„Wir sollte sie selbst fragen“, entschied Sirius.

Alle Blicke fielen auf Lena. Sie überlegte. Lena hatte viele schöne und aufregende Momente mit den Wölfen erlebt und war sogar ein Mitglied mit Superkraft. Der Gedanke, das alles zu verlieren, machte sie unglücklich. Aber für immer hierbleiben ging nicht. Doch da hatte Lena eine Idee.

„Wie wäre es, wenn ich bei mir wohne, euch aber oft besuchen komme!“, schlug Lena deshalb vor.

„Gute Idee. Und man würde das ständige Verschwinden von dir nie bemerken!“, pflichtete Terra ihr ein. „Dann machen wir es einfach so“, entschied Sirius.

„Tschüss und bis bald!“, rief Lena ihren Wölfen zu und verschwand im Ausgang der Höhle. Schnell kletterte sie mit ihrem Rucksack ins Freie. Flink überquerte sie den Baumstamm und rannte über die Lichtung. Es war anstrengend, durch den hohen Schnee zu laufen, doch Lena schaffte es, den Wald zu erreichen. Sie freute sich auf zuhause. Immer schneller rannte sie, sprang über Stock und Stein. Da erreichte Lena die Bushaltestelle und sah in der Ferne ihr Haus. Dort angekommen stieß sie die Tür auf und umarmte ihre Mama in der Küche, die nun nicht mehr in der Zeitsperre feststeckte! Erstaunt blickte Frau Haust ihrer Tochter nach, die nun auch ihren Vater umarmte. Dann ging sie in ihr Zimmer und setzte sich auf ihr Bett. Den Brief von Hank behielt Lena als Erinnerung an das Abenteuer, das sie und ihr Rudel erlebt hatten. Und Lena freute sich schon auf das nächste spannende Erlebnis mit ihren tierischen Freunden.

 

           ENDE    

 

Frieda Fabeck                                       

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