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Fallende Sterne

Lesezeit: 3 Minuten

 

Licht aus einer fernen Welt, in die wir nicht eindringen können. 
Licht aus einer anderen Zeit, die wir längst vergessen haben. 
Wir schauen nach oben und wir erinnern uns an eine Erinnerung. 
Wir erinnern uns an letzten Abend, letzten Monat, letztes Jahr — 

Als wir ebenso hier standen und uns fragten, wofür wir gemacht sind. 
Gibt es wirklich einen Grund? 
Eine unendliche Weite, die wir nicht begreifen können, in der wir nicht mal mehr ein Staubkorn sind. 
Sind unsere Probleme dann wirklich noch so wichtig?

Sollte uns nicht alles egal sein, wenn wir in dem großen Universum da draußen so unwichtig und klein sind? 
Diese Frage stellte ich mir. 
Mit zehn Jahren,

mit vierzehn Jahren, 

mit zwanzig Jahren. 
Vielleicht habe ich eine Antwort gefunden. 
Vielleicht sind wir unwichtig für das Universum. Aber wem ist das Universum wichtig? 
Wer würde ohne uns die Sterne anblicken und ihnen einen Sinn geben? 
So weit entfernt, aber in unseren Herzen so nah.
Sie erlauben uns einen Blick in die Vergangenheit.
Als diese Sterne ihr Licht entsendet haben waren wir vielleicht noch nicht geboren. Vielleicht ging es uns besser als jetzt. 
Das Universum lässt uns manchmal so fühlen, als hätten wir keinen Platz darin. 
Dabei sind wir die einzigen, die den Sternen einen Ort geben, wo sie gesehen werden. 
Ja, sie wissen das nicht, denn nur ihr Licht erreicht uns — irgendwann. 
Vielleicht gibt es genauso irgendwo eine Kraft, eine Person, die uns einen Ort gibt, wo wir gesehen werden. 
Ein Ort, an dem wir mehr sind als nur unsere Fehler. 
Wo wir geliebt werden wegen unseres Lichts. 

 

Julia


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