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Demo gegen Rechts am 4. Februar in Landau

Bilder: Frau Wagner; Lasse
Bilder: Frau Wagner; Lasse

Lesezeit: 8 Minuten

 

In ganz Deutschland finden im Moment Demonstrationen gegen Rechts statt. Am 3.2.2024 waren für dieses Thema laut Polizei 150.000 Menschen in Berlin auf der Straße. In den Demonstrationen geht es darum, die Demokratie zu schützen und besonders den rechten Kräften in Deutschland die Botschaft zu vermitteln, dass sie hier nicht willkommen sind. Dabei sind die Leitsprüche zum Beispiel "Wir sind mehr", "Nie wieder ist jetzt", "Wir sind (im Herzen) bunt!" oder "Menschenrechte statt rechte Menschen". Grund für die Protestwelle war eine Recherche von Correctiv, die ein geheimes Treffen von Rechtsextremen, Politikern sowie wohlhabenden Personen aufgedeckt hat. Geplant und diskutiert wurde die Deportation von allen Ausländern nach Afrika. Das Treffen fand in Potsdam statt und wird in den Medien auch als "die zweite Wannseekonferenz" dargestellt.

Die Wannseekonferenz fand am 20.1.1942 statt. In ihr wurde die "Endlösung zur Judenfrage" behandelt. Das heißt,   es wurde die organisierte Massenvernichtung der Juden organisiert.

Genaueres über die Konferenz von Rechtsextremen in Potsdam findet ihr in der Recherche von Correktiv:

https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/

 

Deswegen demonstrieren viele gegen Rechts. Erschreckend ist vor allem, dass CDU und AfD Politiker an dem Treffen teilgenommen haben. Gerade die AfD hatte in der letzten Zeit ihre höchsten Umfragewerte erreicht. Durch die Teilnahme an dem Treffen ist das Urteil des Verfassungsgerichts in Karlsruhe bestärkt. Die Partei wurde von diesem als "zu Teilen Rechtsextrem" eingestuft. Im Moment wird über ein Verbot der Partei diskutiert und die Umfragewerte der AfD sinken zunehmend. Mitglieder der AfD bezeichnen die Demonstrationen als "von der Ampelkoalition manipuliert" und zeigen in den Social Media Kanälen vermeindliche Manipulationen der Presse an Bildern oder Ton dar. Diese Aussagen sind allerdings falsch und wurden von öffentlichen Medien und Einzelpersonen widerlegt.

Dies sind Hintergründe der Demonstration.

 

Auch in der unmittelbaren Umgebung von Annweiler betrifft uns das Thema. In Dahn, Speyer, Neustadt usw. fanden Demos gegen Rechts statt. Am Sonntag 4.3.2024 war auch eine solche Demo in Landau. Zur Demonstration aufgerufen hatte die Arbeiterwohlfahrt Ortsverein Landau. Die Demo startete mit einer Kundgebung von sieben Redner:innen. Unter anderen sprach auch der Oberbürgermeister Landaus Dominik Geißler. Es wurde stark betont, dass die AfD eine faschistische Partei sei und nichts mit der Demokratie zu tun hat. Eine bewegende Rede hielt die Vorsitzdende der "Omas gegen Rechts", die mit 90 Jahren den Holocaust als Kind erlebt hatte. Sie erzählte von ihren Eltern, die Nazionalsozialisten wáren und die ihr sagten "Die Flaggen hängen, weil du Geburtstag hast". Damals im Krieg seien sie und ihre Eltern nach Sachsen entkommen. Kurz vor der Stadt Dresden endete ihre Flucht aber, da die Stadt zu voll gewesen sei. Wenig später wurde Dresden bombardiert und zu großen Teilen zerstört. Wären sie in die Stadt gekommen, wären sie wahrscheinlich unter den 25.000 Toten der Bombennacht gewesen.

 

All das habe ihr gezeigt, dass nie wieder Faschismus und nie wieder Krieg sein sollte. "Nie wieder ist jetzt".

 

Nur der letzte Redner hob sich von der Allgemeinen Meinung der Masse ab. Der Redner vom Asta der Uni Lansau kritisierte nicht nur die AfD oder die rechte Szene, sondern nutze die Demo für Demokratie um auch die Demokratischen Parteien, dabei besonders die Ampel-Parteien (SPD, FDP und Grüne), zu kritisieren. Darauf bekam er viele Buh-Rufe aus dem Publikum. Später distanzierte sich, so die Rheinpfalz, das Präsidium des Studierendenparlaments der Uni Landau von ihrem Redner. "Er sollte sich seiner Funktion für alle zu sprechen bewusst werden!".

 

Nach den Kundgebungen wurde die Demonstration mit einem Demo-Zug beendet. Laut Polizei und Veranstalter nahmen ungefähr 3000 Menschen an der Demonstration teil. Die Teilnehmer kreierten dabei schöne Schriftzüge gegen Rechts wie "Keine Schorle für Nazis" oder "Lieber Hausaufgaben als die AfD". Letzteren Schriftzug hatte ein Junge auf seinem Plakat stehen und durfte diesen auf der Bühne allen präsentieren.

 

Auch nächstes Wochenende werden wahrscheinlich weitere Demonstrationen gegen Rechts in Deutschland folgen.

 

Lasse

 

Hier noch eine kleine Bildergalerie:

 


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