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Müssen wir Zukunft neu denken?

Lesezeit: 5 Minuten;

 

Raumschiffe, fliegende Autos und Städte aus metallenen Hochhäusern. So sieht die Welt in den meisten Science-Fiction-Romanen und Filmen aus. Dazu im Gegensatz wird eine Welt dargestellt, die durch verschiedenste Ursachen fast vollkommen vernichtet wurde oder von einem Regime beherrscht wird. 

Sind das Welten, in denen die Menschheit leben wird? 

Wenn wir an Zukunft denken, was stellen wir uns dann vor? In vielen Fällen sind die Abbilder der Zukunft aus den Romanen auch ein Bild in unseren Gedanken, wenn wir an die Zukunft denken. Geprägt von den Krisen im Hier und Jetzt werden sich wohl viele entweder eine trostlose Zukunft, oder eine Zukunft, in der Technik die Problemlösung für alles ist, vorstellen.

Müssen wir die Zukunft neu denken?

 

Immer mehr Menschen leben in Städten. In Zukunft werden unsere Städte wachsen und sich vergrößern. Die Welt wird sich in Zukunft also an den Städten definieren und nicht am ländlichen Raum. Auch in Romanen und Filmen sind meist die Städte der Zukunft der Kernort der Handlung. Die Frage stellt sich: Wie wird die Stadt der Zukunft aussehen? 

 

Wie diese Zukunft außerhalb der Gegensätze trostlos und hyper-technisiert aussehen könnte, zeigt eine Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen (s. Bild). Sie ist nämlich ein multifunktionales Gebäude. Statt dass hier nur Müll verbrannt wird, kann man hier auch klettern und sogar Skifahren. 

Aufgrund dieser Mehrfachnutzung ist die Anlage zu einer regelrechten Touristenattraktion geworden.

 

 Bild: Visit Copenhagen/Rasmus Hjortshøj – COAST - @coaststudio

 

In vielen Zukunftsromanen und Filmen sind Städte dargestellt, die von Architektur und Baustruktur her vollkommen unterschiedlich zu unserer jetzigen Bauweise sind. Von Metropolis, einem Science Fiction Film der 1920er Jahre, bis The Running Man oder Tribute von Panem, keine dieser Städte ist realistisch umsetzbar.  Um solche Städte umzusetzen, müssten Altstädte abgerissen oder ganz neue Metropolen erbaut werden. The Line ist ein Beispiel für einen solchen Neubau einer ganzen Zukunfts-Stadt in Saudi-Arabien. Bei diesem Projekt solle ein einziges Gebäude, das auf einer geraden Linie verläuft gebaut werden, welches alle Elemente einer Stadt vereint: Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Versorgung und Verkehr. Teile dieses Projektes sind schon umgesetzt.

Trotzdem werden wahrscheinlich viele Menschen in ihrer Heimatstadt verbleiben wollen und werden eher weniger in die neuen Städte der Zukunft einziehen. Es grenzt also an das Unmögliche, dass die Stadt der Zukunft baulich so anders konzeptioniert ist, als die heutige. 

Das heißt nicht, dass jeder Ort auch in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten genau die gleichen Häuser wie heute besitzen wird. Es wird immer Abriss, Sanierung oder Neubau geben. 

Aber gerade weil eben das Bild der Zukunft oft vom radikalen Wandel geprägt ist, müssen wir auch mal anders denken. Wie könnten die Städte der Zukunft aussehen ohne radikale Umbauten? Ein Beispiel dafür ist genannt. Die Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen zeigt, was möglich ist. Denken wir unsere Zukunft doch mal nachhaltig und grün. Städte als Zentrum des Wohlfühlens und nicht der Enge.

Die Architektur ist dabei ein großes Maß, an dem man eine Zeitepisode messen kann. Denn sie spiegelt sowohl die Gefühlswelt, den Sinn für Kunst, das Praktikable aber auch die technische Innovation der Zeit wider.

 

Die Zukunft unserer Städte muss klimaneutral sein und damit grün. So wird die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) einer Stadt niedriger, das Lebensgefühl besser und das Stadtklima kühler. Städte grün zu gestalten ist keine Optionalität, sondern ein must have in einer Zeit, in der die Klimakrise und ihre Folgen eine große Rolle spielen. (näheres hier)

 

Das zweite Axiom der Zukunftstadt ist eine effiziente Raumnutzung. Schon heute kämpfen viele Städte weltweit mit Überpopulation und zu geringem Wohnungsraum. Eine Zukunftsstadt muss den wenig verfügbaren Raum effizient nutzen.

 

Des weiteren sollte eine Stadt in der Zukunft den Menschen ein gutes Lebensgefühl vermitteln. Spaß- und Kultureinrichtungen dürfen nicht zu kurz kommen, sondern sind wesentlicher Bestandteil einer Infrastruktur der Zukunft.

 

Schließlich müssen Städte einen Industriesektor behalten, der aber nachhaltig und effizient designt ist. Eine Stadt baut und finanziert sich nicht von selbst. Es werden Arbeitsplätze und Einkommen durch Industrie benötigt. 

 

 

Die Städte der Zukunft sind keine Hightech-Maschinen, sondern eher eine Neunutzung des jetztigen Zustands. Schon heute sind Gebäude, wie die Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen, im Bau oder vereinzelt umgesetzt.

Weitere Beispiele sind das Bosco Verticale in Mailand (Bild 1), aber auch der Hamburger Bunker in der Feldstraße (Bild 2). 
Das sind große Projekte, die aber oft mehr Neubau sind. 
In vielen deutschen Städten beginnt das Umbauen für die Zukunfts-Stadt im Kleinen. Flachdächer werden zu Gärten und Parks, Stadtautobahnen zum Erholungsgebiet und Fahrradweg, volle Innenstädte zu autofreien und grünen Einkaufsmeile. 

Die Stadt der Zukunft wird sich nicht neubauen, sondern neu erfinden!

 

Lasse

Bild: Thomas Ledl
Bild: Thomas Ledl
Bild: Rebekka Renk
Bild: Rebekka Renk


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Kommentare: 1
  • #1

    Muffin (Samstag, 21 Februar 2026 18:45)

    Interessantes und relevantes Thema und toll geschrieben, mit guten Beispielen und Gedanken!