Lesezeit: 8 Minuten;
Letztes Schuljahr, vom 23. bis zum 27. Juni, sind 15 Schüler:innen des ETGA der jetzigen 12. Klasse gemeinsam mit Frau Meckler durch den Odenwald gepilgert.
Zusammen mit Florian und Karin vom Landesjugendpfarramt Kaiserslautern haben wir uns auf den Weg gemacht, um die Geschichte der Hugenotten und Waldenser zu erfahren und gemeinsam fünf schöne Tage zu verbringen.
1. Tag - Hirschhorn bis Beerfelden
Mit vollgepackten Wanderrucksäcken treffen wir uns morgens am Landauer Hauptbahnhof und fahren mit dem Zug bis nach Hirschhorn. Dann starten wir unsere erste steile Etappe hinauf zu einer Burgruine, wo wir alle ein Puzzleteil einer Karte der heute zu bewältigenden Strecke bekommen, mit einem Zitat zum Thema »Sich auf den Weg machen« auf der Rückseite. Außerdem kriegen wir alle ein Pilgertagebuch, in das wir unsere Erfahrungen aufschreiben und Informationszettelchen einkleben können.
Motiviert geht es auf den Weg, den Waldenserweg-Schildern folgend und darauf einen großen Anstieg hinauf, was unsere Kondition direkt zu Anfang auf die Probe stellt. Anschließend machen wir eine Mittagspause in einer Hütte, wo Florian, unser Geschichtslehrer für diese Woche, uns einen Einstieg in die Geschichte der Waldenser gibt, die im Mittelalter aus ihrem Heimatland Frankreich flüchten mussten, um ihrem Glauben treu bleiben zu können.
Nach ungefähr 19 Kilometern kommen wir endlich in Beerfelden an, wo wir in einem Hostel sehr nett aufgenommen werden und Hannes, ein ständiger Freizeitenbegleiter der evangelischen Kirche, schon mit einer Kiste Kirschen bereitsteht.
Dort dürfen ein paar von uns zusammen Essen kochen und übernachten. Der Rest der Gruppe geht nach dem Essen ins Gemeindehaus Beerfelden, um dort zu schlafen.
2. Tag - Beerfelden bis Michelstadt
Nachdem wir morgens ein weiteres Puzzleteil zum Thema Heimat erhalten, geht es weiter auf dem Waldenserweg. Schon früh machen wir eine kleine Pause, um köstliche Kirschen zu pflücken.
Nach vielen weiteren Kilometern, kommen wir an einem schönen Stausee an, wo wir unsere große Pause machen und ein paar von uns schwimmen gehen. Der letzte Teil der Strecke ist länger als gedacht, sodass wir später am Tag sehr kaputt an der Eisdiele in Erbach ankommen. Die Stadt war aber echt schön und es war ein toller Ort, um Pause zu machen.
Von hier aus geht es für ein paar von uns wegen schmerzenden Füßen und zahlreichen Blasen mit dem Bus weiter, während der Rest die letzte Etappe bis zu den Blockhütten in Michelstadt zu Fuß bewältigt.
Endlich im CVJM-Camp angekommen, entspannen wir uns erstmal mit Paulaner Spezi, die wir von den Betreuer:innen bekommen. Danach inspizieren wir unsere Hütten, wobei es echt cool ist, dass wir das ganze Camp für uns haben und auch die »Playstation (Ein Raum mit Tischtennis etc.)« und die »Praystation (Eine Gebetsstation, in der wir abends gemeinsam Spiele spielen)« benutzen dürfen.
Da der Kühlschrank vor Ort unbemerkt kaputt war, müssen wir abends ein Abendessen freestylen, da die einen Tag vorher in den Kühlschrank gelegten Lebensmittel nun teilweise schlecht sind.
Den Tag schließen wir ab mit einem improvisierten aber leckeren Reis und Curry und einer gemeinsamen Runde Werwolf in der Praystation.
Drei Schülerinnen verlassen uns leider an diesem Tag.
Tag 3 - Michelstadt
Heute machen wir einen Tag Pause, den wir in Kleingruppen gestalten dürfen, wobei die meisten ins naheliegende Waldschwimmbad gehen.
Als wir uns wieder im Camp treffen, tauschen wir uns gemeinsam über das Thema Gewissen aus, mit dem sich auch die Puzzleteile für diesen Tag beschäftigen.
Abends bestellen wir Pizza und spielen gemeinsam Imposter.
Tag 4 - Michelstadt bis Rohrbach
Nach der zweiten Nacht in den Hütten machen wir alles sauber und frühstücken zum letzten Mal im Camp, bevor wir uns weiter auf den Weg machen.
Um die Strecke möglichst kurz zu halten, gehen wir viel an der Straße entlang, um unsere Füße zu schonen. Deshalb legen wir einen Teil der Strecke auch mit dem Zug zurück, wobei wir davor Halt an einem See machen.
Nach einem Eis und ein paar weiteren Kilometern in der Natur kommen wir in der Waldensergemeinde Rohrbach an, auch wenn das Wetter sich auf ein Gewitter vorbereitet.
Dort angekommen finden wir die Kirche, auf der wir direkt das Symbol der Waldenser erkennen und werden vom Pfarrer der Gemeinde herzlich empfangen. Er erzählt uns mehr über die Waldenser und beantwortet unsere Fragen.
In der Nähe der Kirche befindet sich ein kleiner Supermarkt, dem wir einen Besuch abstatten.
Nachdem wir uns in der Kirche, in der wir schlafen dürfen, eingerichtet haben, gehen wir in den Kindergarten und machen uns dort Nudeln mit Pesto. An diesem Tag haben wir uns vor allem über die Gastfreundschaft und das Vertrauen gefreut, das uns entgegengebracht wurde.
Übernachtet haben wir übrigens auf dem Grabstein von Jacob Moutoux, dem ersten Pfarrer der Waldensergemeinde Rohrbach.
Das Puzzleteil für heute geht um Toleranz.
5. Tag - Rohrbach bis Ober-Ramstadt und nach Hause :)
Nach dem Frühstück besuchen wir das Waldensermuseum des Ortes und bekommen eine Führung von Carola Lautenschläger, die uns die uns bekannte Geschichte noch einmal viel anschaulicher und bewegender präsentiert und wir noch zahlreiche zusätzliche Dinge über das Leben damals lernen können, wie Kleidung und Essen. Wir dürfen uns sogar die noch nicht geöffnete Sonderausstellung anschauen, die anlässlich des alljährlichen Waldenserfestes der Gemeinde konstruiert wurde. Zwei Mädchen unserer Gruppe hinterlassen auch eine Nachricht im Gästebuch des Museums. Dankbar brechen wir im strömenden Regen auf und gehen den gestrigen Weg wieder zurück zum Bahnhof, um von dort aus die lange Zugfahrt nach Hause anzutreten.
Allgemein war die Wanderung ein echt schönes und einzigartiges Erlebnis, das wir sehr empfehlen und das uns viel gelehrt hat. Es gab viele tolle Erfahrungen zu machen. Das Wetter war meist echt warm, die Wege durch die Natur neben vielen Tieren schön, das Essen lecker, die Gruppe durchmischt aber gemeinschaftlich, die Unterkünfte einladend, die Themen und Gespräche interessant und die Gastfreundschaft herzlich.
Natürlich war nicht alles wie im Bilderbuch: Die Rucksäcke waren schwer (einer ist sogar kaputtgegangen), die Strecken lang und viele von uns hatten schmerzhafte Blasen.
Dennoch fanden wir es cool mitgemacht zu haben und sind dankbar für die Erfahrung 5 Tage nur mit einem Rucksack, voll mit den Sachen die man wirklich braucht, draußen unterwegs zu sein und sich auf neue Dinge einzulassen.
Am Ende unseres Artikels wollen wir Frau Meckler, Florian, Karin und Hannes ganz herzlich für die Organisation der Wanderung danken und hoffen, dass die Personen, die die Gelegenheit erhalten und deren Interesse wir geweckt haben, die Chance ergreifen auch an einer solchen Wanderung teilzunehmen, weil es echt Spaß gemacht hat!
Letta und Julia
Das könnte euch auch interessieren:
Kommentar schreiben