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Ballonexperiment

Lesezeit: 8 Minuten;

 

Wir schreiben Montag, den 1. Juni 2026. Heute ist ein bedeutender Tag für unsere Schulgemeinschaft.

 

Alle Schüler:innen treffen sich heute ab Anfang der dritten Stunde oben auf dem Sportplatz hinter dem Internatsgebäude, um zusammen das große Spektakel beobachten zu können. Als wir ankommen, sind schon viele Lehrkräfte und Schüler:innen um den sich langsam mit Helium füllenden Ballon versammelt. Ganz viele tragen das ,,I love ETGA“-Shirt.

 

Seit ungefähr einem halben Jahr arbeitet die Wetterballon-AG, bestehend aus 18 fleißigen Schüler:innen und Herrn und Frau Ibba, jeden Mittwoch an dem spannenden Projekt.

 

Die Wetterballon-AG unter Leitung von Herr und Frau Ibba

 

Die Idee kam von Herrn und Frau Ibba, wie ich später erfahre, nachdem sie im Internet einen solchen Wetterballon-Start gesehen hatten. Direkt danach waren beide sehr begeistert von der Idee, einen eigenen Ballon ins Weltall zu schicken und haben alles Mögliche dafür getan, dies umsetzen zu können. Das beinhaltete ein Gespräch mit der Schulleitung (die der tollen Chance natürlich zusagte), viel Recherche, Planung und natürlich das Besorgen der Materialien.

 

Die beiden Lehrkräfte machten in vielen Klassen Werbung für ihre frische AG und es gab viele Interessierte. Denn schließlich ist das eine Initiative, die man nur einmal im Leben macht, erzählen die Mitglieder. Außerdem steckt dahinter ganz viel Physik, was das Ehepaar Ibba mit Leidenschaft unterrichtet. So war die Mitarbeit in der AG auch eine schulisch tolle Aktion, die gerade auch bei der Frage, ob man Physik-LK wählen wird, geholfen hat. Und nicht zu vergessen, ist es eine ganz aufregende Sache, eigene Aufnahmen von der Stratosphäre aus machen zu können.

 

Das Ziel heute ist es nämlich, dass der Wetterballon bis zu 40 km in die Lüfte steigt, um somit die Stratosphäre erreichen zu können. Aber wie realistisch ist dieses Ziel tatsächlich?

 

Wie mir die Schüler:innen der AG sagen, sind viele vorherige Versuche gescheitert, aber unser Versuch klappt bestimmt! Das ist zumindest die Hoffnung. Hier sind heute alle guter Dinge und trotz der teilweise hinderlichen Wolkendecke, die heute den Himmel zur Hälfte bedeckt, sagt die AG, dass sie sich so gut vorbereitet haben, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass der Ballon die gewünschte Höhe erreicht.

 

Auch Herr Ibba hofft sehr auf die 40 km Höhe. Aber auch wenn es nur circa 38 km werden, wäre dieses Ergebnis mehr als zufriedenstellend.

 

Nun noch einmal Genaueres zum Ballon: Dieser ist ausgestattet mit einem GPS-Tracker, einer Kamera, und einem Temperatur-Tracker. Denn hoch in der Luft sollen es bis zu -65 °C werden. Sehr kalt, wenn ihr mich fragt. Zudem sind mit diesem Experiment weitere Versuche verbunden. Denn es wurden Flüssigkeiten, also Mikroorganismen aus dem kleinen Teich an der Schule in einer Styropor-Box am Ballon festgemacht, weil wir sehen wollen, inwiefern der Druck und die dort oben vorhandenen Bedingungen, biologische Elemente von unserem Boden verändern, bzw. beeinflussen.

Dies alles wird mit einer Geschwindigkeit von 5 m/s in den Himmel geschickt. Selbstverständlich wurde die Flugroute an die bestehenden Wetterbedingungen angepasst und der Ballon soll insgesamt ungefähr 3 Stunden fliegen und steigt dabei viermal so hoch, wie es Flugzeuge normalerweise tun. Das ist echt enorm.

 

Während der Ballon mit Helium im Inneren steigt, verringert sich der Druck immer mehr. Das heißt wiederum, dass sich der Ballon ausdehnt. Bei minimalem Druck und maximaler Ausdehnung, platzt er und fällt wieder in Richtung Erde. Doch das ist natürlich auch von unseren Expert:innen berechnet worden und sie sind bereit, mit Fahrgemeinschaften zum geplanten Ort zu fahren, um den geplatzten Wetterballon später einzusammeln.

 

Die Nervosität und Begeisterung steigt. Der Ballon bläst sich inzwischen mehr und mehr auf und mit großen Musikboxen machen wir uns mental bereit auf den baldigen Start. Um diesen Augenblick zu wertschätzen und festzuhalten, erzählen uns Mitglieder der AG etwas über ihr stolzes Projekt. Auch Herr Ibba spricht ein paar Worte und sagt: ,,Endlich stehen wir hier, wir können es kaum erwarten.“ Der Religions-LK der MSS 12 hält ebenfalls eine kurze Andacht, um innere Gedanken und Wünsche, sowie Dankbarkeit für dieses Erlebnis auszusprechen. Wie Mia Jung erklärt, stecken hinter diesem Ereignis engagierte Leute, die „mit Sorgfalt, mit Herzblut und mit vielen helfenden Händen“ gearbeitet haben. Nach einem gemeinsamen Gebet verkündet Olivia Ball ,,Wo immer er auch unterwegs sein mag, werden wir getragen sein“, womit die Schülerin darstellt, was dieser Wetterballon symbolisch für unsere christliche Gemeinschaft an dieser Schule bedeutet und mit welchen Gefühlen und Hoffnungen wir diesem Projekt entgegentreten. Jede:r Schüler:in des Religion LKs tritt nun nach vorne und liest eine der Karten vor, die an einer Schnur an der Sonde befestigt sind. Darauf sind Wünsche für die Zukunft unserer Schule von verschiedenen Klassenstufen festgehalten, die wir bald in den Himmel schicken, sodass sie Gott näher kommen und er darauf Acht gibt.

 

Die finalen Vorbereitungen für den Start!

 

Auch für Schulleiter Steffen Jung verkörpert der Wetterballon klare „Hoffnungszeichen“ und hat eine große Bedeutung für unser Zusammensein. Außerdem erklärt er, es sei das zeitlich letzte Projekt, mit dem wir uns für die Beibehaltung des "E" im ETGA einsetzen. Für Herrn Jung ist es ein „Blick nach oben“.

 

Und damit hat er wohl recht, als der Ballon endlich startet und in die Höhe steigt. Mit lauter Musik blicken wir alle nach oben und beobachten, wie der anfangs riesige Ballon immer kleiner wird und schon bald die Wolken erreicht. Erleichterung macht sich breit und viele zeigende Finger und Kameras sind gen Himmel gerichtet. Was ein magischer Moment!

 

Alles, was hier heute passiert, wird von den Drohnen von Joscha Erhardt und Henrik Sarter aus der MSS 12 gefilmt. Diese Videos werden später von Marlon Mende aus der 8b zu einem Film zusammengeschnitten.

 

Herr Ibba ist nach dem Start auch total erleichtert, gerade weil alles klappt, nachdem es heute noch Planänderungen aufgrund des Wetters gab. So musste zum Beispiel ein anderer Druckminderer her. Doch es hat alles geklappt, auch das Umrechnen, und mit einer guten Arbeitsaufteilung sei alles perfekt aufgegangen, so Ibba.

 

Er bedankt sich am Ende noch bei seiner Frau, die ein echtes „Multitalent“ sei. Auch richtet er großen Dank an alle Schüler:innen, die Fleiß und Interesse gezeigt haben.

 

Nicht zu vergessen sind die Schulleitung, der Förderverein und Herr Stender, sowie die Hausmeister und die Technik-AG, ohne die das alles auch nicht möglich gewesen wäre.

 

Insgesamt war der heutige Tag ein riesiger Erfolg und ein einmaliges Erlebnis!

 

Unten findet ihr noch Bilder, die Lasse Nägle geschossen hat.

 

Letta

 


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