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Kroatien 2026 - Stufenfahrt der MSS 12

Lesezeit: 13 Minuten;

 

Es ist Sonntag, der 7.6.2026, 22 Uhr. Rund 70 Schüler:innen und 5 Lehrkräfte, Frau Wutschik, Herr Cambeis, wie auch die Tutor:innen Frau Pfleiderer, Herr Wohlert und Frau Kuntz, stehen mit Koffern, Rucksäcken und Kissen an der Busschleife des ETGAs und erwarten die Busse, welche uns im Laufe der nächsten dreizehn Stunden nach Kroatien bringen werden. Auch Frau Ibba ist anwesend und verabschiedet sich von ihrem Tutorenkurs, den sie leider nicht begleiten kann. 
Schon seit Monaten blicken wir dieser Fahrt, die unsere letzte als gemeinsame Stufe sein wird, entgegen. Dementsprechend groß ist also auch die Vorfreude, als wir uns auf unseren Plätzen niederlassen und abfahren. Da es schon ziemlich spät ist, wird es schnell leise, die meisten versuchen zu schlafen, um am nächsten Tag nicht völlig übermüdet zu sein. Nach kurzer Zeit werden unsere Busfahrer ausgewechselt, und zwar von den beiden Busfahrern, die uns auf der Kursfahrt begleiten und auch in Kroatien immer mit uns herumfahren werden, Heiko und Andreas (den wir leider aufgrund eines Missverständnisses für die gesamte Dauer der Reise Günther nennen, da er sich nur mit seinem Nachnamen bei den Lehrkräften vorgestellt hat). 
Von ihnen werden wir sicher durch Österreich und Slowenien gefahren, wo wir die wunderschöne Berglandschaft bewundern dürfen, und kommen schließlich gegen 11 Uhr morgens in unserer Anlage an. Wir übernachten im Ferien Resort BiVillage in Fazana, eine riesige Anlage voller kleiner Häuser, die auch einen Campingplatz, ein Restaurant, einen Supermarkt, mehrere Pools, Volleyball-Felder, einige Bars und natürlich einen Zugang zum Strand vorzuzeigen hat, wovon wir alle Gebrauch machen. Allerdings muss ich auch dazusagen, dass man hier ohne guten Orientierungssinn ziemlich verloren ist. 


Auf dem Programm steht für heute zum Glück nichts mehr, sodass wir in Ruhe unsere Bungalows beziehen dürfen und das Resort erkunden können. Viele von uns laufen außerdem zum nahegelegenen Supermarkt, um für die nächsten Tage einzukaufen. 
Im Anschluss können wir unter Aufsicht der Lehrkräfte auch im Meer schwimmen gehen, was trotz den vielen mit Stacheln ausgestatteten Seeigeln super schön ist. Zwar ist das Wasser sehr klar, sodass wir die Seeigel sehen können, aber wir sind trotzdem alle froh über unsere Schwimmschuhe. 
Am Abend treffen wir uns gemeinsam im “Al Tramonto”, dem Restaurant der Anlage, wo wir ein Abendessen bekommen. Hierbei erfahren wir unter anderem, dass man sich in Kroatien den Salat selbst anmachen muss (nur kommt diese Information leider etwas zu spät). Auch mit dem vegetarischen Essen gibt es ein wenig Verwirrung, wer denn nun was bekommt, aber als das Essen schließlich da ist, bin ich positiv überrascht von der vegetarischen Alternative. 
Im Nachhinein lassen wir den Abend in unseren Bungalows ausklingen, denn wir müssen am nächsten Morgen schon wieder früh aufstehen, um pünktlich beim Frühstück und am Bus zu sein, der uns an die slowenische Grenze fährt, wo wir auf dem Grenzfluss eine Rafting-Tour erleben werden.

 

Nachdem dort alle ihre Schwimmwesten und Helme erhalten haben, werden wir auch schon auf unsere Boote aufgeteilt — es gibt große Schlauchboote für zehn Personen und kleinere Dreier-Boote, die deutlich beliebter sind, aber dementsprechend auch schneller in Anspruch genommen werden. 
Nach einer kurzen Einweisung geht es dann auch schon los. Mit mal mehr, mal weniger Erfolg meistern wir die Stromschnellen und dürfen in der Pause auch im kalten Flusswasser schwimmen gehen. 
Nachdem wir uns in mobilen Umkleiden, die ich persönlich echt praktisch finde, umgezogen haben, geht es auch schon wieder zurück. Auch heute Abend essen wir im „Al Tramonto“, diesmal mit deutlich besserem Salat, da wir ihn auch tatsächlich anmachen, und auch einer besseren Organisation seitens des Restaurants, das am Montag leider noch ein bisschen überfordert war. 
Im Anschluss gehen ein paar von uns noch im Meer schwimmen und betrachten den wunderschönen Sonnenuntergang, andere stellen Stühle von den Terrassen zusammen und spielen gemeinsam Spiele oder gehen zu den Volleyballplätzen. 

Am nächsten Morgen werden wir von einem Gewitter geweckt, es regnet heftig — keine idealen Bedingungen für die geplante Stadtführung in Pula. Zum Glück klart das Wetter während des Frühstücks auf, sodass wir alle wieder guter Dinge sind, als wir nach einer kurzen Fahrt in Pula ankommen. Dort aber müssen wir erst einmal vor dem Amphitheater auf unsere Stadtführer:innen warten. Und warten. Und warten. 
Schließlich rufen die Lehrkräfte beim Reiseveranstalter an: Unsere Guides haben einen Fehler gemacht und die Führung einen Monat später eingeplant. Anstatt auf eine andere Führung zu warten, entscheiden wir uns dazu, die Stadt in Kleingruppen auf eigene Faust zu erkunden, manche von uns gehen trotzdem ins Amphitheater, das definitiv sehenswert ist, andere stöbern durch die vielen Touristenläden der Stadt und suchen Souvenirs oder Mitbringsel. 

So verbringen wir trotz des geplatzten Programmpunkts einen sehr schönen Tag und haben auch mit dem Wetter Glück. 
Was mir an unserem Stadtbesuch allerdings auch besonders aufgefallen ist, wie touristisch die ganze Region eigentlich ist. Besonders deutsche Touristen haben Istrien, die Gegend, in der wir uns befinden, eigentlich komplett für sich eingenommen, viele Läden haben nicht einmal mehr eine kroatische oder englische Aufschrift sondern nur die deutsche, die meisten Einheimischen sprechen uns sogar auf Deutsch an. 
Auch an den Läden spiegelt sich dieser Massentourismus wider, es gibt zwar auch einige lokale Angebote wie Olivenöl, aber hauptsächlich findet man Souvenirs oder Schmuck. 
Persönlich finde ich das ziemlich schade und mir tut es auch für die Anwohner:innen leid, dass die Gegend so von Touristen überschwemmt ist, allerdings scheinen diese gleichzeitig auch die größte Einnahmequelle zu sein und sind somit vermutlich auch eine große Bereicherung für das Land.

 

Als wir zurück zur Anlage kommen, ist es Zeit für den ersten Abend, an dem wir uns selbst in unseren Häusern versorgen dürfen. Nach dem Essen machen einige von uns Gebrauch vom Volleyball-Feld der Anlage, andere spielen wieder gemeinsam Spiele oder verbringen anderweitig einen schönen gemeinsamen Abend. 

Am Donnerstag wird unsere Stufe nach dem Frühstück in zwei Gruppen geteilt: Die erste wird nach Pazin fahren, um die dortige Höhle zu erkunden und die zweite fährt nach Rovinj, eine Stadt in der Nähe. 
Die erste Gruppe wird vorm Betreten der Höhle erst einmal mit Helmen mit Stirnlampen ausgestattet. Dann geht es auch schon los. Schon der Weg zur Höhle ist abenteuerlich, da wir teilweise über schmale Brücken und Steine klettern müssen. 
In der Höhle angekommen müssen wir uns, von unseren Guides geführt, den Weg entlang am unterirdischen Fluss suchen und sind dabei stark auf unsere Stirnlampen angewiesen, da die Höhle in ihrem ursprünglichen Zustand belassen wurde und deshalb auch nicht ausgeleuchtet ist. An einer Steile müssen wir von Stein zu Stein übers Wasser laufen, an einer anderen mit einer Seilbahn den Fluss überqueren. Am Ende der Höhle angekommen erzählt uns einer unserer Guides über die Geschichte der Erkundung der Höhle und über die Tiere, die man hier finden kann, unter anderem Frösche, die wir auch schon auf unserem Weg gesehen haben. Hierzu bekommen wir auch Bilder auf seinem Tablet gezeigt. 
Etwas mulmig zu Mute wird uns, als wir Bilder von Überflutungen sehen, auf denen die gesamte Höhle wie auch das Tal, in dem sie sich befindet, unter Wasser steht, was in der Regenzeit öfter vorkommt, wie unser Guide erklärt. 
Dementsprechend sind wir auch gar nicht so traurig, dass die Höhle hier, an einem unterirdischen See, bereits endet, und wir den gleichen Weg wieder zurücknehmen. 
Allgemein war diese Erfahrung eine wirklich besondere, bei der man nicht nur durch eine ausgebaute Höhle gewandert ist sondern wirklich bewundern konnte, wie diese im natürlichen Zustand aussieht.

Anschließend geht es für die erste Gruppe wieder zum Bus, um nach Rovinj zu fahren, wo die andere Gruppe gerade herkommt. Dort angekommen teilen wir uns in Kleingruppen auf, um entweder essen zu gehen oder die wirklich wunderschöne Stadt zu erkunden, die nicht nur einen schönen Hafen hat, sondern in der es auch viele enge Gassen mit kleinen Läden gibt, in denen selbst gemachter Schmuck, Seifen, Kunstwerke und vieles mehr verkauft werden. Persönlich hätte ich gerne noch viel mehr Zeit in Rovinj verbracht, aber schon relativ schnell treffen wir uns wieder am Bus und fahren zurück in die Anlage, wo wir wieder gemeinsam kochen.

 

Da dies bereits unser letzter Abend in Kroatien ist, treffen wir uns im Anschluss am Strand und teilen dort Snacks, spielen Spiele und verbringen gemeinsam eine schöne Zeit. 
Nach einer Weile gehen dann manche von uns noch Volleyball spielen oder machen sich auf den Weg zurück in die Häuser, um schon mal zu packen, da wir am nächsten Morgen früh auschecken müssen.

 
Unseren letzten Tag in Kroatien verbringen wir, nachdem wir unsere Häuser geputzt und unsere Koffer zu den Bussen gebracht haben, ganz unterschiedlich, zum Beispiel am Strand in einer der Bars oder laufen am Meer entlang bis nach Fazana und schauen uns diesen Ort an. 
Ich bin mir sicher, dass alle diesen letzten Tag noch einmal in vollen Zügen genießen konnten, wobei viele sich auch leider noch starken Sonnenbrand geholt haben, bis wir uns dann um 16 Uhr am Strand für ein Gruppenfoto treffen und anschließend in die Busse steigen, um die lange Rückfahrt auf uns zu nehmen. 
Als wir um 6 Uhr morgens wieder an der Busschleife des ETGAs ankommen, sind wir alle müde und froh, dass die lange Busfahrt endlich vorbei ist. 
Auch wenn ich hier nur meine eigenen Erfahrungen in den Bericht einfließen lassen konnte und viele die Kursfahrt wahrscheinlich anders erlebt haben und wir alle verschiedene Erfahrungen gemacht haben, so spreche ich glaube ich dennoch für die ganze Stufe, wenn ich sage, dass wir die Zeit in Kroatien gemeinsam sehr genossen haben und dass es insgesamt eine wunderschöne Kursfahrt mit abwechslungsreichem Programm war, die wir nicht so schnell vergessen werden. 

Julia

Bildquellen: Die Lehrer:innen, Busfahrer und die MSS 12


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